Vom Energie sparen zum Energiemanagement

Energie sparen, Energieeffizienz und Energiemanagement – Schlagwörter, die in aller Munde sind. Aber was verbirgt sich im einzelnen hinter diesen Begriffen? Ich möchte ein bisschen Licht ins Dunkel bringen.

 


Dass wir alle Energie sparen müssen ist jedem klar. Unsere Überflussgesellschaft kann nicht so weiter gehen. Und die Energie, die nicht verbraucht wird, ist am billigsten. Nun gibt es ja die verschiedensten Möglichkeiten Energie zu sparen. Wenn ich eine nicht benötigte Leuchte ausschalte spare ich Strom. Und wenn in einem Unternehmen die Lecks in der Druckluftanlage geschlossen werden wird auch Energie gespart. Das ist für den Anfang auch ganz gut.

 


Ein weiterer Schritt ist dann der effiziente Energieeinsatz und Energieverbrauch. Das heißt, dass z. B. eine kaputte Leuchstoffröhre durch eine LED-Leuchte ersetzt wird. Oder ein Kompressor zur Drucklufterzeugung, der seine Lebensdauer erreicht hat, durch einen effizienteren Kompressor ersetzt wird. Oder, oder…

 


Damit aber ein Unternehmen den größten energetischen Einspareffekt erzielen kann, ist ein Energiemanagement notwendig. Im Energiemanagement wird der gesamte energetische Ist-Zustand eines Unternehmens ermittelt. Und dann werden Fragen gestellt:

 

  • Welche Energie in welcher Höhe wird wo im Unternehmen verbraucht?
  • Was sind die Ursachen für diesen Verbrauch?
  • Welche Faktoren beeinflussen den Verbrauch?
  • Kann der Verbrauch reduziert werden?   
  • Gibt es günstigere Alternativen?

Energiemanagement ist dabei nicht eine Einzelmaßnahme sonder ein immer währender Prozess.

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Kosten senken beim Energieeinkauf

Erfahrungsgemäß gibt es Jahr für Jahr ein bedeutendes Einsparpotenzial beim Energieeinkauf. Sämtliche den Energiepreis bestimmende Faktoren zusammengerechnet, ergeben sich Spannbreiten von 20 Prozent bei vergleichbaren Abnahmefällen. Hiervon profitiert jedoch nur, wer alle verfügbaren Möglichkeiten ausschöpft.

  • Einsparpotenzial bietet zunächst eine sorgfältige Prüfung der Strom- und Gasrechnungen, die zunehmend komplexer und damit fehlerträchtiger werden.
  • Ferner lassen sich Kosteneinsparungen im laufenden Vertrag oftmals durch Umstellung auf einen besser auf die Abnahmestruktur angepassten Tarif erzielen.
  • Steht der Abschluss eines neuen Vertrags an, ist die Wahl des geeigneten Einkaufszeitpunkts oftmals entscheidender als die Wahl des Anbieters oder der Vertragsvariante. Häufig ist dies nicht der Zeitpunkt kurz vor Auslaufen des Gas- oder Stromvertrags, sondern vielleicht ein oder zwei Jahre vorher. Ein unabhängiger  Energiedienstleister  beobachtet permanent die Energiepreisentwicklung und hilft dabei, während eines Preistals beim geeigneten Anbieter das richtige Produkt und die Vertragslaufzeit zu wählen, die den individuellen Erfordernissen des Unternehmens am besten entspricht.
  • Interessant sind auch die Vermeidung von Leistungsspitzen und die Mitwirkung beim zukünftig an Bedeutung gewinnenden sogenannten Demand-Side-Management der Versorger. Dies bedeutet, dass dasjenige Unternehmen günstigere Preise erhält, welches seinen Verbrauch der stärker schwankenden Erzeugungsstruktur (Wind, Sonne) anpasst. Dieser Gedanke ist nicht neu: Günstige Nachtstromtarife für Nachtspeicheröfen gab es bereits in den Siebzigerjahren in Anpassung an die kontinuierliche Erzeugungsstruktur aus Kohle und Kernenergie. Hierfür sind eine sorgfältige Prüfung der Spielräume im Unternehmen und eine kreative Gestaltung der Energielieferverträge zur optimalen Abstimmung der Energieverträge auf die Produktionsstruktur des Unternehmens unerlässlich.
  • Mit einem sogenannten Prognosebonus honorieren die Versorgungsunternehmen bereits heute zuverlässige Lastprognosen der Unternehmen, die ihnen ihrerseits die Einkaufsplanung erleichtern. So wird in den Werksferien, die schon länger feststehen, mit Sicherheit weniger verbraucht. Diese Information geht in den Energiefahrplan ein, den das Unternehmen an seinen Energielieferanten sendet. Unterbrechbare Energielieferverträge werden in Zukunft viel stärker zur Praxis gehören als bisher. Diskutiert wird zudem eine Abschaltverordnung, die den Versorgern kontrollierte Abschaltungen der Verbraucher erlaubt.

Für die Zukunft zeichnet sich bereits – auch im Zusammenhang mit der Energiewende – eine zunehmende Regelungsdichte sowie eine große Vielfalt von Energieanbietern und -produkten ab. Ein professioneller  wie kontinuierlicher Energieeinkauf ist daher nur möglich bei täglicher Beschäftigung mit diesen Themen, sowohl unter kommerzieller als auch in juristischer und ingenieurtechnischer Hinsicht. Unternehmen, die diesen Weg gehen, erzielen in diesem Bereich Kostenvorteile und minimieren das Risiko der Energiekosten ihres Unternehmens.

Ich wünsche Ihnen möglichst niedrige Energiekosten!
Michael Rothe


Ich bedanke mich bei Dr. Frank Freitag, Freitag Energie, 65779 Kelkheim/Ts., für die Bereitstellung des Textes und der PDF-Datei.

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Energieeinkauf ist Teamarbeit

Ganz gleich, in welcher Größenordnung die Energiekosten eines Unternehmens liegen: Durch einen optimierten Energieeinkauf lassen sie sich - unabhängig von der Größe des Unternehmens - erheblich minimiern.

 

Tatsächlich ist der Lieferantenwechsel nur eine Stellschraube von vielen. Wenn es dem Unternehmen aber nicht gelingt, einen vergleichsweise günstigen Vertrag abzuschließen, verteuert sich seine Produktion im Vergleich zur Konkurrenz. Gerade wenn die Energieverbräuche nicht im Größtkundenbereich liegen, können die Energiepreise zum Problem werden – unter anderem, weil sich eine eigene Abteilung für den Energieeinkauf nicht lohnt, das Unternehmen gerade deswegen aber auch nicht in ausreichendem Maße vom Wettbewerb profitieren kann.

 

Das ideale Energieeinkaufsteam eines Unternehmens besteht daher aus

 

·         einem operativen Einkäufer (guter Verhandler)

 

·      einem Mitarbeiter für die Energiemarktbeobachtung und die Prognosenerstellung (idealerweise Mathematiker) sowie

 

·         einem Ingenieur, der zusammen mit

 

·         einem Juristen kontinuierlich die Gesetzesänderungen verfolgt, sowie

 

·         einem Steuerberater, der die energiesteuerlichen Gestaltungsspielräume nutzt.

 

 

Ein solch interdisziplinäres Team erlaubt es ansatzweise, alle erforderlichen Maßnahmen zu erkennen und umzusetzen und auf Augenhöhe mit den Energieversorgern zu verhandeln. 

Quelle: Dr. Frank Freitag, Freitag Energie, IHK Wirtschaftsforum 07./08.12

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